Ego-State-Therapie

Grundprinzipien der Ego-State-Therapie

  • Jeder Mensch trägt mehrere Ich-Anteile in sich – z. B. das verletzte Kind, der innere Kritiker, der Beschützer
  • Diese Anteile entstehen durch Erfahrungen, Traumata oder Anpassungsprozesse
  • Ziel ist es, die inneren Konflikte zu erkennen, die Anteile zu verstehen und zu integrieren
  • Besonders hilfreich bei traumatischen Erfahrungen, die zur Spaltung innerer Zustände geführt haben

Anwendung bei Essstörungen

Essstörungen sind oft Ausdruck innerer Spannungen zwischen verschiedenen Ego States:

  • Ein Anteil sucht Kontrolle und Perfektion (z. B. bei Anorexie)
  • Ein anderer Anteil sehnt sich nach Trost und nutzt Essen als Bewältigungsstrategie
  • Der innere Kritiker verstärkt Scham und Selbstabwertung
  • Die Therapie hilft, diese Anteile in Kontakt zu bringen, ihre Bedürfnisse zu verstehen und neue Wege zu finden

Therapeutischer Prozess

Die Ego-State-Therapie arbeitet oft nach dem SARI-Modell:

  • S – Safety & Stabilisation: Sicherheit schaffen, Ressourcen aktivieren
  • A – Access: Zugang zu verletzten Anteilen ermöglichen
  • R – Resolving: Traumatische Erfahrungen verarbeiten
  • I – Integration: Anteile versöhnen und ins Selbstbild integrieren

Beispielhafte Methoden

  • Imaginative Arbeit: innere Bühne, Dialog mit Anteilen
  • Ressourcenaktivierung: stärkende Ego States fördern
  • Korrigierende Erfahrungen: neue emotionale Erlebnisse ermöglichen
  • Körperarbeit: Verbindung zu somatischen Empfindungen